Reallabor1aKaum ein anderes gesellschaftliches Terrain ist von einer solchen Heterogenität geprägt wie die Mobilität. Dies betrifft zunächst die immensen Unterschiede in den bestehenden Mobilitätsangeboten: Während der ländliche Raum mit rückläufigen Fahrgastzahlen im ÖPNV zu kämpfen hat und Mobilität aufgrund des oftmals unrentablen öffentlichen Verkehrs mit dem eigenen Pkw zum Standard zu werden droht, werden städtische Räume kaum Herr über wachsende Verkehrsleistungen, auch abseits des eigenen Pkw. Technische Entwicklungen und neue Geschäftsmodelle bieten hierzu eine Fülle an Möglichkeiten: Immissionsfreie elektrische Antriebe, automatisierte Fahrzeuge, Carsharing und Rideselling spiegeln neue Mobilitätsbedürfnisse wieder, reproduzieren diese gleichzeitig und können durch intelligente Verknüpfung sowohl den Verkehr im urbanen Raum entlasten, den ruralen Raum beleben und einen nachhaltigen Beitrag zum Klimaschutz leisten . Zunehmend werden Forderungen laut, dass der Staat aufgrund seines öffentlichen Daseinsvorsorgeauftrags im Mobilitätsbereich auf diese neuen Mobilitätsangebote und Mobilitätsbedürfnisse reagieren muss. Das Kompetenznetz Intermodale Automatisierte Mobilität (KIAM) ist der Überzeugung, dass insbesondere intermodale und automatisierte Mobilitätsangebote neue Lösungen für die Verwirklichung dieses Daseinsvorsorgeauftrags bieten, indem hochgradig automatisierte Fahrzeuge in die öffentlichen Verkehre integriert werden.

Die Reallabore bieten als „Spielfelder der Innovationen“ die Möglichkeit, Mobilitätskonzepte nicht nur auf dem Papier zu entwickeln, sondern auch auf die Straße zu bringen. Die praktische Umsetzung auf der Straße ermöglicht es KIAM, innovative Mobilitätslösungen belastbar zu überprüfen und die Akzeptanz des Anwenderkreises unter Realbedingungen zu evaluieren.

Die Standorte und spezifischen Merkmale der Reallabore sind nicht zufällig gewählt, sondern spiegeln den Anspruch von KIAM wieder, Mobilitätskonzepte nicht nur für einzelne, isolierte Räume zu betrachten, sondern Mobilität in allen Räumen zu ermöglichen: Im ländlichen Raum, im städtischen Raum und auch im gerade für Pendler relevanten Übergangsbereich zwischen diesen Räumen.